Samstag, 08 August 2020

Die Kunst, das Lernen zu lernen

Zu Beginn der 7. Klasse standen die Schülerinnen und Schüler der Realschule vor dem wichtigen Schritt in eine neue Wahlpflichtfächergruppe. Mittlerweile sind die ersten Wochen und Leistungsnachweise geschafft – jetzt war es Zeit für eine Reflexion. Ein Grund für das „Lernen lernen“-Team, bestehend aus Stephanie Göbl und Annemarie Hölzl, die Jugendlichen in dieser Phase zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen über die verschiedenen Bausteine der Motivation zu sprechen.

Nachdem die Schüler über ihre Ziele insbesondere im schulischen Bereich gesprochen hatten, fiel der Blick auf Stolpersteine, die den Weg dorthin verbauten und möglicherweise noch kommen werden. Der „innere Schweinehund“, der sie vom konzentrierten Lernen abhält, kam bei ihnen insbesondere in Gestalt von „Netflix“, „Handy“ und „keine Lust“ zum Vorschein. Da viele dieselbe Erfahrung gemacht hatten, wurden sie nun selbst zu Experten: Was würde ich meinem besten Freund raten, um seine Stolpersteine aus dem Weg zu räumen?

Der rege Austausch zeigte, dass die kreativen Tipps zum Teil unter heißen Diskussionen, aber grundsätzlich gerne angenommen wurden. Immer wieder gab es ganz konkrete Materialien vom „Lernen lernen“- Team an die Hand. So kann der Schulaufgabenplan erleichtern, das Lernen für die nächste Prüfung zu organisieren. Ein Spielfeld, auf dem „Belohnungsfelder“ mit den Eltern auszuhandeln sind, fand gleich Anklang. Besonders deutlich wurde, dass sich die meisten Siebtklässler lange mit ihren Misserfolgen beschäftigen und ihre Erfolge zum Teil gar nicht wirklich wahrnehmen. Anschließend erhielten einige Gruppen eine Aufgabe, die sie kreativ im Team zu lösen hatten. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Erkenntnis, dass auch Teamwork motivierend sein kann, um mit seinen eigenen Lernschwierigkeiten fertig zu werden. Anderen Gruppen wiederum wurde mithilfe einer Meditation vor Augen geführt, wie schnell und effektiv eine aktive Ruhepause für die Steigerung der späteren Konzentration sein kann.

Die Beschäftigung mit dem, was man kann, und deren Bedeutung für die eigene Motivation herauszustellen, war ein Hauptziel des „Lernen lernen“-Teams. Die Erleichterung, seine Stärken auch in scheinbar alltäglichen Gebieten wahrnehmen zu dürfen, war deutlich spürbar.