Donnerstag 29 Oktober 2026

Wie wichtig fundierte Aufklärung, ein verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Gesundheit und gegenseitiger Respekt sind, erfuhren die Zehntklässler der Realschule Simbach und die Zehnt- und Elftklässler des Tassilo-Gymnasiums bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung in der Aula des Gymnasiums. Zu Gast war Dr. Stefan Zippel von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der in einem ebenso anschaulichen wie eindringlichen Vortrag über HIV und weitere sexuell übertragbare Krankheiten informierte. Dabei stand aber nicht nur die Vermittlung medizinischen Wissens im Vordergrund.

 

Organisiert wurde die Veranstaltung von Studienrätin Cornelia Nachtigall, Biologie- und Chemielehrerin an der Realschule Simbach, in Zusammenarbeit mit Studienrätin Stefanie Häckl, die am Tassilo-Gymnasium ebenfalls die Fächer Biologie und Chemie unterrichtet. „Familien- und Sexualerziehung ist ein wichtiger Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags und geht weit über den Biologieunterricht hinaus“, betonte Frau Nachtigall. „Uns ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen nicht nur mit Fragen der sexuellen Gesundheit und der Prävention auseinandersetzen, sondern auch lernen, offen, respektvoll und verantwortungsbewusst mit diesen sensiblen Themen umzugehen.“

 

Im ersten Teil des Vortrags widmete sich Dr. Zippel, Leiter der Beratungsstelle der Klinik für Dermatologie und Allergologie der LMU München, dem Thema HIV. Neben den Ansteckungsrisiken und dem Verlauf einer Infektion beleuchtete er auch die Herausforderungen und Vorurteile, mit denen Menschen mit HIV trotz aller medizinischen Fortschritte noch immer konfrontiert sind. Darüber hinaus thematisierte er gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Besonders eindringlich appellierte er daher an die Jugendlichen, Zivilcourage zu zeigen, Vorurteile kritisch zu hinterfragen und ihren Mitmenschen mit Toleranz und Respekt zu begegnen.

 

Im zweiten Teil rückten weitere sexuell übertragbare Krankheiten in den Mittelpunkt. Anhand zahlreicher Fotos veranschaulichte Dr. Zippel die Infektionswege, Krankheitsverläufe und gesundheitlichen Risiken von Gonorrhö (Tripper), Syphilis, Chlamydien sowie Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV). Auch mögliche Folgen wie Genitalwarzen und bestimmte Krebserkrankungen kamen zur Sprache. Die teils eindrücklichen Darstellungen machten deutlich, wie notwendig es ist, mögliche Risiken zu kennen und verantwortungsbewusst mit der eigenen Gesundheit umzugehen.

 

Trotz der anspruchsvollen und teilweise ernsten Thematik gelang es Dr. Zippel, die Aufmerksamkeit der Jugendlichen über die gesamte Dauer der Veranstaltung hinweg zu fesseln. Die Schüler verfolgten den Vortrag von Anfang bis Ende mit großem Interesse. Auch in den anschließenden Gesprächen zeigte sich, wie nachhaltig die Inhalte wirkten: Viele betonten, wie wichtig sie es fänden, über diese Themen Bescheid zu wissen. Die Veranstaltung machte damit deutlich, dass schulische Sexualerziehung nicht nur die Vermittlung biologischer Fakten ist, sondern zugleich einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zu einem respektvollen gesellschaftlichen Miteinander leistet.

 

Dr. Zippel verzichtete auf eine persönliche Aufwandsentschädigung und bat stattdessen um Spenden für den gemeinnützigen Verein „Psychosoziale Betreuung im Klinikum e. V.“, der Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt.