Schuljahr 2018/19

Besuch aus einer längst vergangenen Zeit an der Realschule Simbach

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Über kaum eine Epoche der Geschichte gibt es mehr Vorurteile und Klischees als über das Mittelalter. Vom romantisierten Mittelalter mit Schlossidylle, liebreizenden Burgfräulein und werbenden Minnesängern bis hin zu der Vorstellung vom „dunklen Mittelalter“ findet sich alles im Alltag wieder. Darüber hinaus muss dieses ungefähr tausend Jahre andauernde Zeitalter oft für Dinge herhalten, die als grausam und rückständig angesehen werden. In Wirklichkeit war das Mittelalter nicht weniger schmutzig, grausam oder dunkel als die Neuzeit: So fand etwa der Großteil der Hexenverfolgungen erst in der Neuzeit statt und die hoch aufragenden gotischen Kirchen mit ihren großen, bunten Glasfenstern waren und sind alles andere als dunkel.

Doch gerade all diese Dinge sind es, welche nach wie vor brennendes Interesse und auch Faszination hervorrufen und die Menschen regelrecht in ihren Bann ziehen. Verschiedenste Serien und Filme bestätigen den regelrechten Hype um das Thema Mittelalter.

Auch für die Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen der Realschule Simbach sind Neugierde und Begeisterung ausschlaggebende Gründe, um folgende Fragen zu stellen: „Wie muss man sich den Alltag der Menschen damals vorstellen? Wie erwarben sie ihren Lebensunterhalt? Lebten sie ununterbrochen in Angst und Schrecken?“

Da selbst im modernen und digitalisierten Geschichtsunterricht Zeitreisen nach wie vor unmöglich sind, versuchte man sich ein Stück Mittelalter einfach ins Klassenzimmer zu holen. Die Mitglieder des Vereins „Arma Georgii“ („Waffenbrüder des Heiligen Georg“), der beim Further „Drachenstich“ und dem zeitgleich stattfindenden mittelalterlichen Zeltlager „Cave Gladium“ eine bedeutende Rolle spielt, besuchten die Realschule und sorgten für großes Erstaunen bei den Jugendlichen.  

Mit dem Thema „Söldnerleben im 15. Jahrhundert“ wussten Hauptmann Martin Müller und seine Truppe nach einer kurzen Einführung in die Epoche abwechslungsreich sowie anschaulich die Schülerinnen und Schüler zu begeistern.

Zahlreiche Redensarten aus dem Mittelalter wie „unter die Haube kommen“ oder auch „den Löffel abgeben“ wurden humorvoll den Schülerinnen und Schülern dargeboten und erklärt. Auch der Ausspruch „Kleider machen Leute“ stammt aus dieser Zeit und so staunten die Zuhörer nicht schlecht, als es hieß, dass Frauen das Tragen von Männerkleidung (Hosen) bei Todesstrafe untersagt war.

Am interessantesten waren aber die unterschiedlichen mitgebrachten Waffen und Rüstungen der Truppe. So waren Schwerter, Hellebarden, große Schilde und auch Pfeil und Bogen mit im Marschgepäck. Nachdem deren Einsatz und Handhabung erläutert worden war, durften die Schülerinnen und Schüler alle Exponate aus nächster Nähe bestaunen und auch anfassen, Fragen stellen und sogar selbst ausprobieren oder in einzelne Rüstungsteile schlüpfen. Unter dem Gewicht eines Kettenhemdes oder einer Ritterrüstung, welche damals schon mal um die 30 kg wog, wurden dem einen oder anderen dann die Knie schwach.

Organisator des spannenden Erlebnisvortrags, Geschichtslehrer Florian Gehring, bedankte sich sehr herzlich für den Besuch des Mittelaltervereins und die kurzweilige Zeitreise ins Mittelalter, welches anscheinend doch nicht immer so düster war, wie die Schüler oft vermutet hatten.

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