Schuljahr 2016/17

Realschüler auf Zeitreise „ Zurück ins Mittelalter“

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Spricht man heutzutage vom Mittelalter, so trifft man auf die unterschiedlichsten Vorurteile: Sowohl die romantisierte Vorstellung von edlen Rittern und schönen Burgfräulein sowie großartigen Burgen, auf denen rauschende Feste unter der Begleitung von berühmten Minnesängern gefeiert wurden, als auch die Vorstellung von einer der dunkelsten Epochen der Geschichte, die von Krieg, Krankheit und einem knallharten Ständesystem geprägt war. Beide Gedanken dazu existieren zu Recht, denn in dem rund 1000-jährigen Abschnitt zwischen Antike und Neuzeit finden sich neben wegweisenden Entwicklungen auf dem Weg in die Moderne auch schreckliche Ereignisse wie die Kreuzzüge und die Pest. Grundsätzlich ist das Mittelalter aber vor allem eine Zeit, die noch immer glühendes Interesse hervorruft und über die letzten Jahre einen wahren Hype um das Thema ausgelöst hat.

Die Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen der Realschule beschäftigen sich in den vergangenen Wochen mit diesen Inhalten im Rahmen des Geschichtsunterrichts und ihre Neugier geht dabei immer mit vielen Fragen einher: „Wie lebten die Menschen damals? Wie waren sie gekleidet? Womit verdienten sie sich ihr täglich Brot?“ Eine Zeitreise, die all diese Fragen eindeutig beantworten könnte, ist leider unmöglich. Doch die Mitglieder des Vereins „Arma Georgii“ („Waffenbrüder des Heiligen Georg“) kamen dem sehr nahe. Sie brachten das Spätmittelalter in das Klassenzimmer und die Jugendlichen staunten sehr über den Besuch aus einer vergangenen Zeit.

Das Thema des äußerst anschaulichen Vortrags lautete „Söldner im 15. Jahrhundert“. Martin Müller, Hauptmann der Truppe, erklärte nach einer kurzen, allgemeinen Einführung in die Thematik des Mittelalters den Unterschied zwischen einem Söldner (bezahlter Soldat) und einem Ritter (treu ergebener Gefolgsmann). Im Anschluss daran erhielten die Jugendlichen ausführliche Informationen über die Alltagskleidung der Frauen und Männer. So durften die Frauen im Mittelalter bei Todesstrafe keine Hosen tragen und wenn sie eine Haube auf dem Kopf hatten, wusste man, dass sie verheiratet waren. Auch was es bedeutete, „den Löffel abzugeben“  oder „wie ein Hammel zu stinken“, wurde anschaulich und zum Teil sehr humorvoll erklärt. Besonders interessant waren aber natürlich die Waffen und Rüstung der Söldner. Diese hatten Schwerter, Hellebarden und Schilde im Gepäck und gingen bei ihren Ausführungen auch auf die Funktion jeder Waffe und verschiedenste Schutzmechanismen gegen diese ein. Außerdem gab es eine kleine „Schwertleite“ für die Schüler, wobei sie über verschiedene Angriffstechniken im Kampf aufgeklärt wurden. Nach dem Vortrag durften die Schüler alle Exponate bestaunen und auch anfassen, Fragen stellen und sogar selbst in Rüstungsteile schlüpfen. „Es gibt keinen geeigneteren Weg, Vorstellungen und Bilder in den Köpfen der Leute entstehen zu lassen, als tief in die Geschichte einzutauchen und diese möglichst anschaulich zu vermitteln“, so Organisator und Geschichtslehrer Florian Gehring, der von dem Konzept „Geschichte (er)leben“ überzeugt ist. Die Sechst- und Siebtklässler zeigten sich sehr angetan: „Ich habe jetzt noch sooo viele Fragen für den Geschichtsunterricht!“

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